DVTM Stellungnahme zu Entwurf Nummernplan Rufnummer mit Stern | DVTM
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DVTM Stellungnahme zu Entwurf Nummernplan Rufnummer mit Stern

Anhörung zum Entwurf eines Nummernplans und Antragsverfahrens Mitteilung 578/2015

 

Die Bundesnetzagentur hat mit Mitteilung im Amtsblatt vom 24. Juni 2015 ihren Entwurf des Nummernplans für Rufnummern mit „Stern“ veröffentlicht und führt eine öffentliche Anhörung durch.

Vorwort

Der DVTM begrüßt die Vorlage des Nummernplanentwurfs für die Einführung von Rufnummern mit „Stern“ und dankt für die Möglichkeit der Stellungnahme.

Der DVTM hatte auf die Einführung der Kurzrufnummern mit Sternchen im November 2013 in Österreich durch den dortigen Regulierer, die RTR GmbH, hingewiesen und die Bundesnetzagentur im Oktober letzten Jahres gebeten, die Einführung dieser Rufnummerngasse auch in Deutschland zu prüfen. In der daraufhin durchgeführten Anhörung im März dieses Jahres zeigte sich, dass diese, besonders für Marketing-Zwecke interessante, Rufnummerngasse bereits in über 50 Ländern weltweit eingesetzt wird. Die Sternchen-Nummern können dabei sowohl mit ihrer leichten Merkbarkeit, als auch mit ihrer Vanity-Fähigkeit punkten und sind, da für den Verbraucher kostenfrei anwählbar, auch befreit von aufwändigen Verbraucherschutzvorschriften und Hinweispflichten.

Der DVTM begrüßt es, dass die Bundesnetzagentur diese innovative Rufnummerngasse nunmehr einführt, die in anderen Ländern bereits genutzt wird. Für den Erfolg am Markt kommt es nunmehr auf die Unternehmen und entsprechenden Geschäftsmodelle an, wobei auch dort ein Blick über die Grenze hilft, wo die leicht merkbaren Kurzwahlen in Marketingmaßnahmen eingebunden und sogar mit den Möglichkeiten des Internet verbunden und in Apps integriert werden.

 

Zu den Regelungen im Einzelnen

 

Zu 2.2 Rufnummernstruktur

Der Rufnummernstruktur mit Sternzeichen „â“ und nachfolgender vier- oder fünfstelliger Ziffernfolge wird zugestimmt. Ebenso dem Ausschluss der Ziffer 1 an als führende Ziffer. Dies ist der Regelung in Österreich vergleichbar.

In Absatz 2 Satz 2 heißt es dann weiter, dass keine Nachwahlziffern angehängt werden dürfen. Unklar ist, wie dies zu der unter 5.3 erlaubten und begrüßten Nummernverlängerung steht.

Dem Ausschluss ein Präfix oder eine Kennzahl voranzustellen, wird zugestimmt.

 

Zu 2.3 Überlappung

Die Regelung für die überlappende Zuteilung und deren vorübergehender Ausschluss werden begrüßt.

 

Zu 3. Nutzungszweck

Wir begrüßen es, dass es im ersten Absatz heißt, dass die Sternchen-Nummern nur für die Erbringung von Diensten genutzt werden dürfen, bei denen der Anrufen kein Entgelt zu entrichten hat.

Das Verbot des Bouncing ist zur Verhinderung von Missbrauch sinnvoll.

Weiter begrüßen wir es, dass es möglich ist, dass die Sternchen-Nummer in eine (0)800er Rufnummer oder eine Ortsnetzrufnummer umgewertet werden. Dies eröffnet anders als die Regelung in Österreich, bei der alleine auf eine (0)800 Rufnummer verwiesen werden darf, eine flexiblere Gestaltung.

Im Unterschied zur Regelung in Österreich ist es sinnvoll, dass kein Mindest-Gesprächsvolumen festgelegt wird. Dies würde in einer Gasse, die erst langsam eingeführt werden muss, eine unnötige Eintrittsbarriere und vermeidbaren Verwaltungsaufwand bedeuten.

 

Zu 4. Zuteilung

Wir begrüßen es, dass die Rufnummern von der Bundesnetzagentur vergeben und direkt zugeteilt werden.

Die formellen Zuteilungsvoraussetzungen orientieren sich an den Voraussetzungen, die auch in anderen Rufnummerngassen gestellt werden.

 

Zu 5.1 Nutzungsfrist

Die vorgesehene Frist binnen der der Zuteilungsnehmer die Rufnummer nutzen muss, entspricht derjenigen in anderen Gassen.

Fristbeginn soll dabei die Feststellung der allgemeinen Nutzbarkeit per Amtsblattverfügung sein. Nicht ganz klar wird jedoch, ob sich dies auf jede einzelne Rufnummer beziehen soll oder allgemein bereits dann die allgemeine Nutzbarkeit angenommen wird, wenn der erste Anruf bei einer Sternchen-Nummer in drei Teilnehmernetzen an die korrespondierende Nummer weitergeleitet wird.

 

Zu 5.3 Nummernverlängerungen

Es wird begrüßt, dass bei sechsstelligen Sternchen-Nummer die Verlängerung zulässig ist.

 

Zu 5.4 Vanity-Nummern

Aus Marketing-Gesichtspunkten sind die Sternchen-Nummern überaus interessant. Nachvollziehbar ist der Ausschluss von Vanity-Nummern, die mit Notrufabfragestellen assoziiert werden. Weitergehende Implikationen mit Markeninhabern oder einer wettbewerbsrechtlichen Verwechslungsgefahr haben die Zuteilungsnehmer zu beachten.

 

Zum Antragsverfahren

Die Regelung zum Antragsverfahren mit einer Bearbeitung der Anträge nach der Reihenfolge des Eingangs und einer 4-Wochen-Frist nach Verkündigung des Nummernplans, binnen derer alle eingegangenen Anträge als zeitgleich eingegangen gelten, wird begrüßt.

 

Resümee

Dem Nummernplan-Entwurf und Entwurf des Zuteilungsverfahrens ist, bis auf Klarstellungen zu den Ziffern 2.2 und 5.1 nichts hinzuzufügen.

 



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