DVTM | 14.12.2017 DVTM Pressemitteilung: DVTM fordert: „Phase-Out-Modell“ für Preselection- und Call-By-Call-Regulierung
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14.12.2017 DVTM Pressemitteilung: DVTM fordert: „Phase-Out-Modell“ für Preselection- und Call-By-Call-Regulierung

 

DVTM fordert: „Phase-Out-Modell“ für Preselection- und Call-By-Call-Regulierung

  • Markt für Call-By-Call und Preselection hat noch länger Relevanz
  • Ohne diese Dienste drohen Wohlfahrtsverluste von bis zu 1 Milliarde Euro/Jahr für die Bevölkerung

 

Bonn, 14. Dezember 2017

Die vor zwei Jahren von der Telekom Deutschland initiierte ALL-IP-Umstellung geht langsamer voran als geplant. Ziel der Deutschen Telekom AG und ihrer Wettbewerber war, alle Anschlüsse bis Anfang 2018 von ISDN auf IP-Telefonie umzustellen. Realistisch ist nach Experten Meinung der Technologiewechsel erst 2020. Aus diesem Grund fordert der Deutsche Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM), daß Call-By-Call und Preselection vorerst nicht dereguliert werden, sondern vielmehr ein vernünftiges „Phase-Out-Modell“ für alle Marktteilnehmer und alternative Angebote für die Zeit danach gefunden werden müssen. Aus diesem Grund hat der DVTM schon Gespräche mit der BNetzA initiiert und Herrn Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, in einem Brief zu entsprechenden Gesprächen über ein „Phase-Out-Modell“ mit entsprechenden Nachfolge-Produkten eingeladen.

„Wir gehen nach aktuellem Stand davon aus, dass wir Anfang 2018 in einen ersten konstruktiven Gedankenaustausch mit der Deutschen Telekom AG eintreten werden“, so Achim Hager, DVTM Vorstand für Telekommunikation. Ziel ist es, regulierungsunabhängig eine zeitliche Perspektive zu diskutieren, um Branche und Verbraucher Sicherheit zu geben.

Aktuell gibt es noch etwa zehn Millionen analoge bzw. ISDN-Anschlüsse. Nach wie vor nutzen größere Gruppen Call-By-Call und Preselction oder sind darauf angewiesen. Dazu gehören ältere Bevölkerungsschichten und insbesondere ethnische Zielgruppen, die sich in vielen Fällen der neuen IP-Technologie verweigern, oder aber auch oft keinen Zugang zu IP-basierten Anschlüssen haben. Zusätzlich gibt es bundesweit etwa zwei Millionen Flüchtlinge, die wegen ihres Interesses an günstigen Auslandsgesprächen die „Günstig-Vorwahlen“ verwenden. In Summe sind 2016 rund vier Milliarden Gesprächsminuten mit Preselection bzw. Call-By-Call geführt worden. Zwar sind das etwa eine Milliarde Gesprächsminuten weniger als 2014 und 2015, dennoch bleibt es ein beachtliches Marktsegment.

Achim Hager möchte, dass die die Call-By-Call und Preselection betreffende Regulierung zunächst erhalten bleibt und nicht schon weit vor dem Abschluss der ALL-IP-Umstellung, beendet wird. Dies droht nämlich seitens der Behörden: „Eine weitergeführte Regulierung erhält in diesem Bereich den Wettbewerb am Markt sowie ein günstiges Preisniveau bei Sprachdiensten und verhindert zudem einen drohenden Wohlfahrtverlust für die Bevölkerung in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr. Genau um diesen Betrag, so errechneten Experten des renommierten WIK-Instituts in einer Studie, summierten sich die Mehrkosten für den Verbraucher durch Preissteigerungen, die entstünden, wenn Call-By-Call und Preselection nicht mehr nutzbar wären“, so Achim Hager.

DVTM-Geschäftsführer Markus Schunk ergänzt: „Es liegt im Interesse unseres Verbandes, hier für eine sanfte Veränderung Sorge zu tragen. im Sinne eines für alle Seiten planbaren Übergangsmodell, dass auch den Interessen der Bürger Rechnung trägt.“ Der Verband kündigte an, entsprechende Initiativen zu starten und darüber Gespräche mit der Politik und den Behörden in Deutschland und der EU zu führen.



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