Digitale Revolution, wird unser "Nationales Interesse" durch politisches Zögern negativ tangiert? | DVTM
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Digitale Revolution, wird unser „Nationales Interesse“ durch politisches Zögern negativ tangiert?

Bonn, den 19. Juni 2019

Nachdem der Think-Tank des Deutschen Verbands für Telekommunikation und Medien e.V. (DVTM), dem z.B. Dr. Wolfgang Clement, Wirtschaftsminister und Ministerpräsident NRW a.D., oder auch Prof. Dr. Sensburg, Mitglied des Deutschen Bundestags sowie Vorsitzender des NSA Untersuchungsausschusses, angehören, bereits direkt nach Ende der „5G-Auktion“ forderte, dass die rund 6,6 Milliarden Erlöse zweckgebunden in den weiteren Ausbau der Glasfasernetze investiert werden sollen, legte der DVTM am Folgetag mit einer öffentlichen Paneldiskussion nach.

Unter der erfahrenen Leitung von Herrn Jan Höttges, diskutieren namhafte Persönlichkeiten aus dem DVTM „Think-Tank“ und Vetreter aus Politik und Wirtschaft über das hochbrisante Thema.

Ein gut aufgelegter Prof. Dr. Helmut Thoma, Gründer von RTL Television und Aufsichtsratsvorsitzender der freenet AG, verlangte zum Auftakt zunächst einmal eine grundsätzliche Definition des Begriffs „Digitalisierung“. Für Ihn könne damit alles oder nichts gemeint sein. Im besonderen Maße störe Thoma die „German Angst“. „Deutschland sollte Digitalisierung und technologischen Wandel als Chance begreifen und nicht nur die Schattenseiten thematisieren. Vieles an der aktuellen Diskussion grenze schon an Hysterie.“

Dr. Iris Henseler-Unger, Direktorin und Geschäftsführerin der WIK GmbH und ehemalige Vorsitzende der Bundesnetzagentur, stütze Thoma und mahnte zur Eile. „Deutschland liegt im internationalen Vergleich mindestens 5 Jahre zurück.“, so Henseler-Unger. „Das Thema Digitalisierung ist zu wichtig, um verschlafen zu werden.“

Dr.-Ing. Horst Lennertz, ehemaliger COO von E-Plus und einer der großen Pioniere der Mobilfunkindustrie, mangelt es an einer klaren „Digital-Strategie“ der Politik. Deutschland brauche ein „Competence Center“, das möglichst unabhängig „Dinge anschieben“ kann. Am Ende muss die Digitalisierung „lokal gemanagt“ werden.

Renatus Zilles, Vorstandsvorsitzender des DVTM: „Technologischer Ausbau der Infrastruktur, wie z.B. 5G und Glasfaser, sind erforderlich, um den Standort Deutschland zukunftssicher zu machen. Smart Cities, autonomes Fahren, E-Government und E-Health sind wichtige Zukunftsthemen und benötigen schnelle und breite Netze. Der DVTM wird weiterhin auf die Bedrohung unserer „Nationalen Interessen“ hinweisen, die die bisherige fehlende Digitalsierungsstrategie mit sich bringt. Zilles kündigte an, dass der „Think-Tank*“ des DVTM in den nächsten Wochen zwei Schreiben an die Bundesregierung und Ministerpräsidenten zum Thema Ki & Digitalsierung senden werden - quasi als Weckruf an die Politik. Eines der Forderungen besteht in der Etabllierung einer dringlich erforderlichen „Task Force“. Gleichzeitg sollte die Bundeskanzlerin das Thema „Digitalisierung“ zur Chefsache machen. Wir müssen unserer Generationsverantwortung gerecht werden, um einen „wirtschaftlichen Scherbenhaufen“ zu vermeiden.“

Dr. Detlef Eckert, Global Policy Affairs bei Huawei sowie ehemaliger Direktor für Telekommunikation & Medien der europäischen Kommission, will den weg der kleinen Schritte verlassen und sprach sich für „Leap-Frogging“ aus, also das Auslassen von einzelnen Stufen im technologischen Evolutionsprozess, um verlorenen Boden in Deutschland wieder gut zu machen. Eine diskutierte „Digital-Agentur für Deutschland“ könne allerdings die anstehenden Probleme nicht alleine lösen, sondern allenfalls Impulse und Ansätze liefern.

Dr. Peter Knauth, Referatsleiter im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, setzt auf die stärkere Vernetzung der bestehenden Initiativen in den Behörden. Angesprochen auf die realistischen Erwartungen an eine „Digital-Agentur“ antwortete Knauth: „Es geht vor allen Dingen, um das Herauskitzeln von existierenden Potentialen“.

Die Runde war sich am Ende einig, dass generell mehr getan werden müsse. Ein „Politik-Bashing“ sei aber fehl am Platz, da auch die Wirtschaft hätte mehr tun können und künftig auch tun muss.



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